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Demografischer Wandel




Demografischer Wandel


Ein Blick entlang der Westküste
Um es vorweg zu nehmen: die Prognosen fallen zunehmend schlechter aus. Im Vergleich zu den prognostizierten Einwohnerrückgängen aus den Jahren 2004 und 2007 fallen die 2010 ermittelten (und im März 2011 vorgestellten) Bevölkerungs- rückgänge in der Tat noch größer aus.
Vorausberechnung des Statistikamtes Nord im Auftrag des Innenministeriums Schleswig-Holstein, veröffentlicht im März 2011 [558 KB]
Zunächst ein Blick entlang der Westküste Schleswig-Holsteins: für den Kreis Dithmarschen werden mit 7,1% stark überdurchschnittliche Einwohnerrückgänge erwartet, so auch für den Kreis Steinburg mit 7,6%. Da erscheinen die zu erwartenden Rückgänge für den Kreis Nordfriesland mit 3,6% zunächst einmal vielleicht moderat. Gemessen an den Rückgängen in gesamt Schleswig-Holstein mit 1,5% stuft das Innenministerium diese Zahlen jedoch als ‚überdurchschnittliche’ Rückgänge ein.
Schaut man diese Prognose genauer an, so wird in Nordfriesland mit einem Rückgang von unter 20jährigen um 26,1% bis 2025 gerechnet, der Anteil der Menschen über 75 Jahre wird um 51% ansteigen.


Was erwartet uns in Eiderstedt?
Die kleinräumige Bevölkerungsprognose/ Kreis Nordfriesland prognostiziert für die Halbinsel Bevölkerungsrückgänge von 5% bis 9,9% bis 2025. Das heißt: auch bei uns werden stark überdurchschnittliche Rückgänge erwartet. Damit liegen wir weit über dem Landesdurchschnitt (mit 1,5%) und dem Kreisdurchschnitt in Nordfriesland mit einem Minus von 3,6%!
Die Herausforderungen für Eiderstedt sind also erheblich und zählen zu den wichtigsten Aufgaben. Kompetentes, zukunftsfähiges Handeln der Entscheidungsträger ist dringend erforderlich, wenn wir keine abgehängte Region werden wollen.

Auswirkungen des demografischen Wandels sind bereits heute in vielen Lebensbereichen spürbar: Schulen und Geschäfte schließen, Vereine haben Nachwuchssorgen, kleine und barrierefreie Wohnungen für Senioren fehlen, Leerstände nehmen zu, im öffentlichen Nahverkehr wird gestrichen, Wege zu Fachärzten werden weiter - um nur einige Beispiele zu nennen. Was für die Menschen in der Region wesentlich ist, hat das Eiderstedter Forum im Frühjahr 2011 zusammengetragen und vorgestellt:
Was sich Bürger wünschen [108 KB]


Was tut der Kreis Nordfriesland?
Der Kreis Nordfriesland ist seit 2009 eine von vier Modellregionen in Deutschland, die am Modellvorhaben "Region schafft Zukunft" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung teilnehmen. Das Modellvorhaben setzt auf die Zukunftschancen, die sich im ländlichen Raum aus dem demografischen Wandel ergeben. Vier Regionen in Ost und West haben sich in einem Wettbewerb für die Teilnahme qualifiziert und entwickeln gezielt Strategien für den Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels. Wie die übrigen drei Modellregionen hat auch der Kreis Nordfriesland unter Bürgerbeteiligung ein ganzheitliches demografisches Handlungskonzept entwickelt, den Masterplan Daseinsvorsorge, der Ende März in Husum einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.


ZUKUNFT GESTALTEN - Tating

In Tating wurde 2009/2010 ein ganzheitliches Entwicklungskonzept erarbeitet. Dieser ‚Wegweiser für die Gemeindeentwicklung’ wurde im Dialog mit den Bürgern in Zukunftswerkstätten und unter Einbindung von externen Gutachtern des Institutes Raum & Energie aus Wedel erarbeitet. Beobachtend begleitet und organisatorisch unterstützt wurde der Prozess durch das Amt Eiderstedt.
Entgegen den politischen Beschlussfassungen, werden die Maßnahmen jedoch nicht umgesetzt und der aufgestellte Zeitplan ist Makulatur.

Hier finden Sie alles zum Entwicklungskonzept Tating


Weitere Infos:

Was machen andere da eigentlich?

Eine kleine Auswahl guter Beispiele

Hier können Sie sich die Bevölkerungsprognosen für die einzelnen Bundesländer interaktiv im Vergleich ansehen: http://www.destatis.de/laenderpyramiden/